Beratung, Coaching und Supervision transkribieren – ohne dass ein Wort den Mac verlässt
Wer berät, coacht oder supervidiert, kennt den Zwiespalt: mitschreiben und mit dem halben Kopf beim Notizblock sein – oder ganz im Gespräch bleiben und hinterher aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Ein Transkript löst das. Cloud-Dienste kommen für vertrauliche Gespräche aber kaum in Frage. Local Transcriber transkribiert deshalb vollständig auf dem eigenen Mac.
Warum lokal statt Cloud
- Kein Dritter bekommt die Gespräche. Spracherkennung (Whisper) und Sprechererkennung (pyannote) laufen auf dem Mac. Es gibt keinen Dienstleister, der Aufnahmen verarbeitet – die Verantwortung für Aufnahme und Aufbewahrung bleibt bei dir.
- Kein Bot im Call. Bei Online-Sitzungen erscheint kein „Notetaker“ als weiterer Teilnehmer. Die App nimmt Mikrofon und Systemton auf dem eigenen Mac auf – auf zwei getrennten Spuren, so werden deine Stimme und die des Gegenübers sauber auseinandergehalten.
- Kein Internet nötig. Nach der Installation funktioniert alles offline. Kein Konto, kein Abo.
So läuft eine Sitzung
- Einwilligung einholen – vor der Aufnahme, von allen Beteiligten. Die App macht bewusst keine automatische Ansage; das Gespräch darüber führst du selbst.
- Aufnehmen – ein Klick in der Menüleiste. Bei Zoom, Teams, Google Meet & Co. erkennt die App den Call und fragt „Aufnehmen?“. Sie startet nie von selbst.
- Transkript abwarten – eine Stunde Gespräch ist in etwa drei bis vier Minuten transkribiert, mit Zeitstempeln und Sprechern, als Markdown-Datei neben der Aufnahme.
- Sprecher benennen – oder bewusst nicht. Die App trennt Stimmen automatisch (A, B, …). Benannte Stimmen erkennt sie in späteren Sitzungen wieder.
- Weiterarbeiten – Schlüsselstellen markieren, Zitate für Dokumentation, Fallbesprechung oder Supervision herausziehen.
Für eigene Notizen zwischendurch gibt es das Diktat: rechte ⌘ halten, sprechen, loslassen – der Text steht in jedem Programm an der Schreibmarke.
Worauf du im vertraulichen Kontext achten solltest
- Stimmprofile sind biometrische Daten. Wenn du eine Stimme benennst, speichert die App ein Stimmprofil – lokal, aber es bleibt ein biometrisches Merkmal. Bei Klient:innen nur mit ausdrücklicher Zustimmung benennen oder die Stimme als „Sprecher B“ stehen lassen. Stimmprofile lassen sich im Fenster „Stimmen“ jederzeit löschen.
- Aufbewahrung festlegen. Aufnahmen und Transkripte sind normale Dateien im Ordner
~/Transcriber. Wie lange sie bleiben, entscheidest du – etwa die Audiodatei gleich nach dem Transkribieren löschen. - Den Mac schützen. FileVault einschalten, Bildschirmsperre, verschlüsselte Backups: Lokal ist nur so sicher wie das Gerät.
- Berufsrecht beachten. Ob und wie du aufzeichnen darfst, regeln Berufsordnung und Recht deines Landes. Das Werkzeug nimmt dir diese Prüfung nicht ab.
Was gut funktioniert – und wo die Grenzen sind
Gut: Deutsch und Englisch in klarer Sprache, auch bei langen Gesprächen; Online-Sitzungen dank getrennter Spuren; wiederkehrende Stimmen, sobald sie benannt sind.
Grenzen: Mehrere Personen in einem Raum an einem Mikrofon – kurze Einwürfe landen dann manchmal beim falschen Sprecher; unsichere Zuordnungen tragen ein „(?)“. Dialekt, leise oder überlappende Stimmen verschlechtern die Erkennung. Ein Transkript ersetzt kein Zuhören, es ist eine Gedächtnisstütze.
Ausprobieren
Local Transcriber ist kostenlos und Open Source (MIT). Voraussetzung: Mac mit Apple Silicon (M1 oder neuer), macOS 14 oder neuer, rund 8 GB freier Speicher. Terminal öffnen (⌘ + Leertaste, „Terminal“) und einfügen:
curl -fsSL https://transcriber.teconomix.net/k/seo-beratung/install.sh | bash
Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern und ein 70-Sekunden-Video: zur Startseite. Fragen: Diskussionen auf GitHub.